Wie können öffentliche Ausschreibungen die Kreislaufwirtschaft fördern und zugleich langfristige Einsparungen ermöglichen? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines CE-PRINCE-Webinars im Rahmen der EU Green Week 2026. Am 25. Juni 2026 brachte die Online-Veranstaltung „Circular & Green Public Procurement als Investition in die Natur“ Vertreterinnen und Vertreter aus Verwaltung, Wirtschaft und Forschung zusammen. Vorgestellt und diskutiert wurden praktische Ansätze, mit denen Umwelt- und Kreislaufkriterien stärker in öffentliche Ausschreibungen integriert werden können.
Die Projektergebnisse verdeutlichen einen zentralen Handlungsbedarf: 36 Prozent der untersuchten Unternehmen verfügen bereits über zirkuläre Praktiken, während nur 22 Prozent der öffentlichen Ausschreibungen entsprechende Kriterien berücksichtigen. Gleichzeitig zeigen Praxisbeispiele, dass kreislauforientierte Lösungen nicht nur Ressourcen schonen, sondern auch konkrete Kosteneinsparungen ermöglichen können.
Als wesentliche Erfolgsfaktoren identifizierten die Teilnehmenden:
- die stärkere Berücksichtigung von Lebenszykluskosten anstelle des niedrigsten Anschaffungspreises,
- der frühzeitige Dialog zwischen öffentlichen Auftraggebern und Unternehmen,
- gemeinsame Umweltkriterien für Ausschreibungen sowie
- gezielter Kompetenz- und Kapazitätsaufbau in Verwaltungen und Unternehmen.
Das Fazit der Veranstaltung: Zirkuläre öffentliche Beschaffung kann einen wichtigen Beitrag zum Schutz natürlicher Ressourcen und zur Entwicklung nachhaltiger Märkte leisten. Dafür braucht es neben geeigneten Kriterien vor allem Wissen, praktische Instrumente und eine enge Zusammenarbeit zwischen öffentlichem und privatem Sektor.
Die Veranstaltungsdokumentation und die Aufzeichnung sind online verfügbar.

